Visualization Humboldt
Ausstellungen
Bayreuth
Dienstag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr und Samstag von 10 bis 15 Uhr
Vom: 03.09.2019
Bis: 28.09.2019
Visualization Humboldt ist ein Ausstellungsprojekt mit vier Künstler/innen aus Deutschland und vier Künstler/innen aus Nicaragua. Die künstlerisch vielfältige Ausstellung zeigt die Überlegungen der Kreativen, aus ungewöhnlichen, nicht wissenschaftlichen Perspektiven. Die Wanderausstellung war bereits in Hilden, in Krefeld sowie in Nicaragua in Managua und Granada zu sehen. In Bayreuth findet die Ausstellung ein spannendes Finale.

Wie blicken heute Künstler auf die Persönlichkeit, Leben und Werk von Alexander von Humboldt? Er war ein Wissenschaftler, ein Freidenker, der „zweite“ Amerikaner, gilt als ein Abenteurer, und er setzte sich für die Menschen ein. Nicht ohne Grund zählt er weltweit immer noch zu den bekanntesten Deutschen. Was ist das Besondere an Alexander von Humboldt, der als eines der letzten Universalgenies gilt und in Lateinamerika immer noch hoch verehrt wird?

Visualization Humboldt ist ein Ausstellungsprojekt mit vier Künstlern aus Deutschland, alle Mitglieder des BBK Düsseldorf, und vier Künstlern aus Nicaragua aus dem Umfeld der Casa de los Tres Mundos Nicaragua. Das Projekt schafft damit eine Brücke zwischen Deutschland und Lateinamerika. Wo und wie ist heute das Leben und Wirken von Humboldt spürbar? Die künstlerisch vielfältige Ausstellung zeigt die Überlegungen von acht Künstlerinnen und Künstlern, aus ungewöhnlichen, nicht wissenschaftlichen Perspektiven.

Oscar Acuña zeigt einen Film über eine Kiste aus dem nicaraguanischen Bürgerkrieg und nimmt damit Bezug auf die Folgen der Kolonialisierung des amerikanischen Kontinents, die Alexander von Humboldt scharf kritisierte. Die Kiste in dem Film ist seine eigene, die sein Vater ihm aus dem Krieg mitbrachte, als er noch ein kleiner Junge war. Es ist ein scheinbar unpolitischer Film über menschenfeindliche Zustände.

Oscar Rivas beschäftigt sich aus anderer Sicht mit den Folgen der Kolonialisierung. Er stellt mit seinen Fotografien einen Zusammenhang her zwischen Herkunft und Gesundheit eines Menschen. Seine auf die eigene Haut gemalten und fotografierten Landkarten sehen aus wie Hautveränderungen und Muttermale.

Noel Omar Saavedra beschäftigt sich in seinen Zeichnungen mit der Entwicklung von Pflanzen unter ungünstigen Bedingungen und zeigt ihre Energie im Kampf um lebenswerte Bedingungen.

Alicia Zamora erstellt Drucke mit Linolschnitt und Holzschnitt. Sie nimmt Bezug auf ihre indigenen Wurzeln, verwendet Symbole der Schamanen, der Mayas und Azteken und resümiert den Untergang dieser einstmals Hochkulturen heute als Abklatsch der Symbole auf Tassen und T-Shirts in den Touristik-Malls der Flughäfen. Sie stellt Betrachtungen an über die aktuelle Situation der indigenen Völker und lässt ihre Kultur und den Mythos der alten Überlieferungen in ihren Werken aufleben.

Hans van den Bergh visualisiert in seinen großformatigen Werken den heutigen Umgang mit der Natur und versucht herauszufinden, was Alexander von Humboldt darüber denken würde.

Jan Masa beschäftigt sich in seinen auf Bütten ausgedruckten Fotografien mit dem naturwissenschaftlichen Werk und den Reisen von Humboldt.

Barbara Verhoeven arbeitet mit transparenten Stoffen. In ihrer malerischen Sprache wird die Erinnerung an Humboldt und sein Wirken in transparenten, lichtdurchlässigen Stoffen zu einem atmosphärischen Äquivalent.

Wilfred H.G. Neuse beschäftigt sich in seinen Fotomalereien mit der Erfindung des Kaugummis und dessen Folgen bis in die heutige Zeit.

Die Ausstellung war von Anfang an als Wanderausstellung konzipiert. Die Kunstwerke wurden nicht nur nach Originalität, Idee und künstlerischer Aussage einjuriert, sondern auch in Bezug auf ihre Transportfähigkeit, damit sie wie Humboldt um die Welt reisen können.

Begonnen hat die Wanderausstellung in Hilden in der Städt. Galerie im Oktober 2016. Dann ging es weiter im Mai 2017 in die Kulturkirche Friedenskirche Krefeld. Von dort ging es weiter nach Managua, die Ausstellung war dort im August 2017 in dem CCEN Centro Cultural de España en Nicaragua zu sehen, auf Einladung der Deutschen Botschaft. Der vierte Ausstellungsort war im Januar 2018 die Casa de los Tres Mundos in Granada Nicaragua. Im September 2019 findet die Ausstellung ein spannendes Finale in Bayreuth anlässlich des 250. Jubiläums von Alexander von Humboldt.

Foto:©Hans van den Bergh
RW21 / Galerie (1. OG)
Richard-Wagner-Straße 21
95444
Bayreuth

Region Bayreuth in Kooperation mit dem RW21 Stadtbibliothek/VHS und dem Kulturforum Alexander von Humboldt e.V.

Menü